BURGEN VON LUNIGIANA

Die Burg Castiglione del Terziere
Die Burg Castiglione del Terziere

AULLA
FESTUNG BRUNELLA

Die Festung Brunella ist eine mächtige quadratische Anlage und typisches Beispiel einer Festungsanlage, die Feuerwaffen strotzen sollte. Der Name Brunella rührt wahrscheinlich von der Farbe des Gesteins auf dem die Anlage erbaut worden ist. Sowohl die Lage auf einem Felsvorsprung über einem Abgrund als auch die architektonischen Merkmale entsprechen ganz dem Abwehrzweck und der Anpassung an die damals modernen militärischen Techniken.
Das Gebäude so wie es noch heute existiert wurde im 16. Jh., wahrscheinlich von Giovanni "dalle Bande Nere", erbaut. Der ältere Kern entstand zwischen dem 13. und dem 14. Jh., während einer Zeit in der die Abwehrvorstellungen stark im Wandel waren.
DIE FESTUNG BIBOLA
Die Festung Bibola ist das Ergebnis von vier verschiedenen Konstruktionsphasen. Die erste Bauphase geht wahrscheinlich auf das 12. und 13. Jh. zurück und aus ihr stammt das westlich gelegene Mauerwerk. Der vierseitige Haupttrakt mit seinen zwei runden Türmen kann der zweiten Phase im 14. Jh. zugeordnet werden. Der Turm in der südöstlichen Ecke entstand während der dritten Bauphase. Dieser hat einen Durchmesser von 6 Metern und die Wände sind relativ dick. Einige gut erhaltene Architekturmerkmale aus der vierten Bauphase kann man an der südöstlichen Seite erkennen.
DAS SCHLOSS BIGLIOLO
Das Schloss Bigliolo war eine der Befestigungen, die den bischöflichen Hof von Lunigiana während der Kämpfe zwischen den Bischöfen von Luni und den Malaspinas im Aulellatal im 13. Jh. beschützten. Danach war das Schloss im Besitz der Marquis von Filattiera. 1275 ging es an seinen Sohn Francesco über, mit dem auch die Linie der Olivolas begann. Nach dem blutigen Gemetzel von Apella im Jahre 1412 bei dem Rossi di Varano die zwei Marquis von Olivola tötete, wurde die Dynastie ausgelöscht und das Schloss ging in den Besitz der Marquis Leonardo und Galeotta vom Castel dell Alqula von Gragnola über. 1418 wurde Bigliolo den Schlössern des Lehens Aquila hinzugefügt und stand unter der Herrschaft von Florenz. Von 1428 bis 1466 gehörte Bigliolo wieder den Marquis von Gragnola, bis durch den Tod von Marquis Galeotto der Zweig der Marquis von Aquila ausstarb, weil es keine männlichen Nachkommen gab. Von 1467 bis 1510 ging das Schloss in den Besitz des Marquis Malaspina Gabriele von Fosdinovo über, bis bei seinem Tod sein Sohn Lazzaro I. die zweite Dynastie der Marquis von Olivola gründete. 1523 erwarb Giovanni de Medici dale bande Nere ohne Erlaubnis des Kaisers das Lehen von Aulla und versuchte ein Lehen in Lunigiana zu bilden, indem er verschiedene Schlösser angriff. Bigliolo war eines von ihnen. Von da an ging es abwärts mit dem Schloss Bigliolo. 1568 teilten die Kinder Lazzaros I. das Land auf: in Pallerone mit Canova welches Spinetta und Carlo zukam und in Olivola mit Bigliolo welches Camillo und Troilo zukam. Die beiden Marquis wechselten sich jeweils im jährlichen Herrschaftsturnus der Lehen ab, aber 1572 übergaben Camillo, Carlo und Troilo ihre Teile an Spinetta, der als einziges verheiratet war.
Heutzutage sind efeubewachsene Reste des Nordteiles der Festung und zwei Türme erhalten.
DIE FESTUNG OLIVOLA
Die Festung Olivola beherrscht von einem hohen Hügel aus das Aulella- und Taveronetal. Es gehörte den Malaspinas von "Spino Fiorito" und war im 14. Jh. ein großes Lehen.
Heutzutage sind nur wenige Spuren erhalten, die an die imposante Konstruktion erinnern, die es einmal war: Überreste der mächtigen Grundmauern und zwei große runde Türme. 1920 fiel die Festung dem Erdbeben zum Opfer, das es in Lunigiana gab.
DIE FESTUNG PALLERONE
Da das Schloss auf dem Weg zu Cerreto liegt, war es im 15. Jh. relativ wichtig. Von der Festungsanlage sind einige Überreste der Grundmauern und ein Turm erhalten.

BAGNONE
DIE BURG BAGNONE

Die Burg Bagnone wird von einem imposanten zylindrischen Steinturm beherrscht, und weist Schiesscharten auf. Der Turm ist als einziges von der alten Burg übrig geblieben, die es heute nicht mehr gibt und heutzutage befinden sich dort verschiedene Gebäude der Villa des Grafen Ruschi-Noceti . Sehr gut erhalten ist hingegen die mittelalterliche Struktur des primitiven Vororts, der ringförmig zum Tal hin abfällt. Innerhalb der Burg kann man noch die kleine Kirche San Nicolao besuchen, wo es noch eine gut erhaltene hölzerne Kanzel gibt.
DIE BURG CASTIGLION DEL TERZIERE
Diese mittelalterliche Festung ist durch ihren soliden, quadratischen Turm gekennzeichnet. Im 12. und 13. Jh. wurde es über einer byzantinischen Festung strategisch günstig auf einem Hügel errichtet, von wo aus es das Bagnone-Tal und den Francigena-Weg in Richtung Piacenza beherrscht.
Vom 10. bis zum 12. Jh. gehörte es den Corbellari, einer alten Feudalfamilie, die gleichzeitig die Herren der nahegelegenen Burg Virgoletta waren. 1202 ging es in den Besitz der Malaspina über. Der Beiname del Terziere kam 1275 auf und bezieht sich auf die Vererbung in dritter Generation an Marzuis Alberto Malaspina des Zweiges Filattiera.
1351 wurde es von Franceschino Malaspina neu strukturiert und erreichte größten Einfluss unter der Herrschaft von Castruccio Castracani von den Alteminelli, Graf Lucca. 1451 wurde es von Florenz besetzt und zum florentinischen Justizzentrum in Lunigiana gemacht. Der Verfall der Burg begann in der zweiten Hälfte des 18. Jh. Ab 1969 gehörte es Lorix Jacopo Bononi, der es restaurieren ließ und dort das Zentrum für Humanistische Studien Niccoló V ansiedelte wo noch kostbare Archive und eine gut ausgestattete Bibliothek erhalten sind.
Der älteste Teil geht auf das Mittelalter zurück, was man im Haupttrakt erkennen kann, der eingekreist von dem, was von der Außenwand übrig ist. Ein hoher quadratischer Aussichtsturm aus dem 12. Jh. flankiert es an der Hauptfront. Heutzutage ist es von außen nicht leicht zu erkennen, da es teilweise in verschiedene Baureformen eingegliedert wurde.
Mit dem Aufstieg der Malaspina wurde die Burg wieder eingesetzt. Franceschino Malaspina baute in der Hälfte des 14. Jh. den Wohntrakt wieder auf und gliederte dabei den Bergfried und den großen, runden Turm, Turm von Franceschino dem Soldaten, mit ein. Während der drei Jahrhunderte florentinischer Herrschaft wurde die Burg ihrem Zweck als Wohnsitz für die Friedensrichter der Grafschaft angepasst.
DIE BURG VON IERA
Zwischen Iera und Compione gibt es ein paar Überreste der Außenmauer und der Haupthalle, wobei fast alles von der Vegetation zugewachsen ist. Es liegt auf einem Felsvorsprung und die Flüsse Bagnone und Bagnolecchia führen vom Magratal in Richtung Enzatal daran vorbei. Die Burg kontrollierte wahrscheinlich die Grenze mit dem Lehensgut von Treschietto und den Handelsverkehr.
DIE BURG VON TRESCHIETTO
Die Ruinen der Burg Treschietto befinden sich in einer bedeutenden Mark auf einem Vorsprung am Berg Orsaro. Treschietto war im Mittelalter nur über zwei Brücken zugänglich und von den Strömen Aquetta, Bagnone und Tanagorda eingeschlossen.
Treschietto war das Zentrum der Lehen von Giovanni Malaspina mit Vico, Iera und Corlag, als das größere Lehen Filattiera 1351 geteilt wurde. 1698 verkaufte der Marquis Ferdinand, letzter der Malaspina in Treschietto, sein Lehen an den Großherzog Cosimo III.
Die Ruinen der Burg sind nur von Nordosten zugänglich und bestehen aus den Resten der äußeren, vierseitigen Anlage, die sich einst über den ganzen Bergkamm erstreckte und von einem runden Turm überragt wurde. Von den inneren Gebäuden ist nicht viel übrig. Nicht weit davon entfernt, wurde 1969 eine weibliche Statue entdeckt, die heute als Venere di Pietra von Treschietto bekannt ist. Laut einer Legende ist in den Kellern eine kleine goldene Kuh versteckt.

CASOLA
DER TURM VON CASOLA

Im von einer Stadtmauer befestigtem Dorf Casola in Lunigiana steht ein runder Turm, der auch das Wahrzeichen des Dorfes ist. Wahrscheinlich ist er der Überrest einer alten Befestigung, als die Stadt Lucca im 14. Jh. diese Gebiete regierte. Der Turm war ehemals Bestandteil einer Schutzanlage, die aus einem eingegrenzten Gebäude bestand und dem später eine zweite und dritte Mauer hinzugefügt wurden. Als der Turm nicht mehr für militärische Zwecke genutzt wurde, wurde er zum Glockenturm der Kirche Santa Felicita umfunktioniert. Im 18. Jh. versuchte man ihn zu verschönern, indem man ihn mit einem achteckigen Aufsatz erhöhte. Dies schwächte das instabile Gebäude und der Turm wurde schließlich 1920 von dem Erdbeben in Lunigiana stark zerstört.
Der Turm wurde schließlich 1939 verkürzt und wiedererbaut, so wie man ihn heute sehen kann.
DIE BURG VON CODIPONTE
Auf einem Hügel im Dorf Codiponte gelegen, erinnern Ruinen an eine Burg, die einstmals die Durchgänge in Richtung Luni, den Bergen und Fivizzano, beherrschte. Die Anlage ist viereckig und in verschiedene innere Strukturen aufgeteilt, die fast alle komplett von der Vegetation und den Ruinen bedeckt sind. Im westlichen Bereich ist die Eingangstür immer noch sichtbar. Die Entstehung bzw. der Wiederaufbau der Burg geht auf das Ende der Herrschaft von Marquis Malaspina von Castel dell Aquila 1393 zurück, als dieses Geschlecht durch die Malaspina von Verrucola ersetzt wurde.

COMANO
DIE BURG VON COMANO

Die Burg Comano war genauso wie die Burg Groppo San Pietro Lehensgut der Estenfamilie. Von der Burg sind heute nur noch imposante Ruinen und der alte runde Turm, der denjenigen von Malgrate und Tresschieto sehr ähnlich ist, übrig. Der Turm wurde kürzlich renoviert.
DIE BURG VON GROPPO SAN PIETRO
Die Burg Groppo San Pietro wurde an einer Schlüsselposition erbaut, um die Verbindungen nach Linari und von der Emilia-Region zu kontrollieren. Wahrscheinlich wurde es von der Familie Estensi erbaut und gehörte später den Moregnano und danach den Malaspina. Der Erzbischof von Filattiera und später sein Sohn Bernabó führten erbitterte Kämpfe gegen den Kaiser. Dadurch, dass die Burg fast uneinnehmbar war spielte sie eine wichtige Rolle in den Auseinandersetzungen im 13. Jh., die das Schicksal von Lunigiana bestimmten. Leider sind von dieser Burg nur noch die Reste der viereckigen Grundstruktur des Turms und Mauerreste übrig.

FILATTIERA
DIE BURG VON FILATTIERA

Die Burg Filattiera wurde im 14. Jh. von der Familie Malaspina errichtet. An zwei Seiten eines Platzes errichtet und von einem großen Garten umgeben stellt es ein imposantes Gebäude dar, das kürzlich einer grundlegenden Restaurierung unterzogen wurde. Im Gebäude findet man die klassische Struktur von drei großen Hallen, die als Repräsentationshallen von der Familie genutzt wurden.
DER TURM VON SAN GIORGIO
Von der alten Burg Saint George am südwestlichen Ende des Dorfes sind die romanische Kirche und der Turm übrig. Der Turm stammt aus dem 12. Jh. und wurde Ende des 14. Jhs. restauriert. Das erste Stockwerk wurde bewohnt und vier Höhenmeter waren zugänglich. Der Turm wurde kürzlich auf das 11. Jh. datiert.
Der Hügel auf dem er steht ist vom Dorf getrennt und war ursprünglich seit dem 12. Jh. an drei Seiten von einer Mauer umgeben.
DIE TURMHÄUSER
Im unteren Tal des Caprio stehen verschiedene Turmhäuser, die Zeugen der schwierigen Zeit während des Mittelalters waren. Sie sind wahrscheinlich aus dem 14. bzw. 15. Jh. Sie weisen eine quadratische Grundstruktur auf und bestehen aus einem Erdgeschoss ohne Türen und Fenster. Innen gibt es eine Haupttür, die nur durch eine Holztreppe zugänglich ist, zwei höher gelegene Geschosse mit kleinen Fenstern und Treppen. Die Turmhäuser befinden sich dort, weil sie während des Mittelalters die Grenze zwischen dem „Fief“ von Filattiera und der „Comune“ von Pontremoli bildeten.

FIVIZZANO
DIE BURG VON VERRUCOLA

Die riesige Burg Verrucola ist ein beeindruckendes Beispiel der Architektur des Mittelalters. Das erste Mal 1044 erwähnt, war sie im 11. Jh. der Wohnsitz, der Familie Bosi, die mit den Bianchi von Erberia von Rodolfo von Casola abstammte, der Vasall der Baronin Matilde di Canossa war. 1300 wurde Spinetta Malaspina der Grosse Besitzer der Burg. Das Erdbeben von 1481 verursachte die Verarmung der Gegend und der Burg. Im 15. Jh. wurde innerhalb der Burg eine Kirche mit einem schönen Loggiato aus Steinbögen erbaut.
Die Burg wirkt durch ihren quadratischen Bergfried, dem großen Turm, den Mauern und dem mittelalterlichen Vorort darunter besonders beeindruckend,
In unserer Zeit wurde die Burg von dem Künstler Pietro Cascella restauriert. Sie befindet sich in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit jeden Freitag zugänglich.
DIE FALKENBURG VON GRAGNOLA
Das „Castel del’Auila“ (Adlerburg) ist eine beeindruckende Befestigung, die von einem Hügel aus die Ströme Lucido und Aulella überblickt. Wahrscheinlich wurde es zwischen dem 9. und dem 10 Jh. von einer dort ansässigen Adelsfamilie, den Bianchi von Erberia, erbaut.
Die Burg und die dazugehörigen Lehensgüter gingen zu Zeiten der Expansion in Ostlunigiana in den Besitz von Spinetta dem Grossen über. Der Name „Castel dell’Aquila“ wurde das erste Mal 1374 im Testament von Marquis Antonio von Guglielmo, Malaspina von Fosdinovo, erwähnt. Der Name Malaspina ist vor allem wegen ihrer Grausamkeit und ihrer Expansionsgier in Erinnerung geblieben, was diese Familie aber nicht rettete. Die Marquis von Gragnola gaben 1418 den Mord der gesamten Familie der Marquis von Verrucola und Fivizzano in Auftrag um ihrer Lehensgüter habhaft zu werden. Nur der kleine Spinetta überlebte und durch das Eingreifen der Medici wurde ihm die Burg später zurückgegeben.
Es ist eine imposante Burg, die nach dem Niedergang der Malaspina und dem Erdbeben von 1920 einer grundlegenden Restaurierung unterzogen wurde.
Die Burg ist durch einen vierseitigen Bergfried mit vier Stockwerken, drei Ecktürmen und das Haupteingangstor im Nordwesten gekennzeichnet. Wenn man eintritt gelangt man über ein zweites Tor, das von einem einfachen Wachturm mit zwei Schiesscharten verteidigt wurde, zum inneren Bereich der Burg.
DER TURM VON VIANO
Die Burg Viano liegt im Lucidotal und wurde wahrscheinlich auf einem alten römischen Platz errichtet. Im Mittelalter gewann es unter den Bianchi von Erberia an Bedeutung und ging dann zu Zeiten Spinettas des Grossen in den Besitz der Marquis Malaspina über.
Heute ist nur noch der runde Turm übrig, der ganz oben auf dem Hügel steht.

FOSDINOVO
DIE BURG VON FOSDINOVO

Die Malaspinaburg Fodinovo wurde strategisch so erbaut, dass man den Meereszugang von den Apenninen aus und die Lunigianaregion von dort aus überwachen konnte. 1124 wird diese Burg das erste Mal erwähnt. Damals war sie das Lehensgut der Bianchi von Erberia unter der Herrschaft der Bischöfe von Luni. Im Jahre 1317 zerschlugen die Marquis Malaspina die bischöfliche Macht über diese Länder und das Familienoberhaupt Spinetta nahm die Burg in Besitz und verlegte seinen Herrschaftssitz schließlich von Verrucola nach Fosdinovo. Unter Spinetta erhielt die Burg auch ihr heutiges Aussehen. Nachdem die Burg kurzzeitig in den Besitz des Edelmannes Castruccio Castracani übergegangen war, gehörte sie schließlich ab 1334 ein für alle Mal den Malaspina.
Diese imposante Burg, die zwischen dem Ende des 14. Jh. und dem Anfang des 15. Jh. erweitert und umgebaut wurde, wurde das politische und militärische Machtzentrum der Malaspina „Spino Fiorito“. Der Bergfried aus dem 12. Jh. wurde mit Türmchen und einem runden Turm erweitert. Außerdem kam eine Festungsmauer in Richtung auf die Lunigiangegend und Türme zu der Mauer in Richtung Dorf hinzu. Der letzte Feudalherr der Burg war Carlo Emanuele, der die Burg 1796 verlor, weil Napoleon dem Lehensystem ein Ende bereitete. Nachdem die Burg im 19. Jh. mit dem Marquis Alfonso wieder in den Besitz der Malaspina überging, erhielt sie auch wieder den Glanz alter Tage.
DIE BURG VON PONZANELLO
Die Burg von Ponzanello wurde auf einem Hügel errichtet an dessen Fusse das zugehörige Dorf gelegen ist. Heute findet man nur noch eine Ruine vor, bei deren Anblick sich die ehemalige Festung lediglich erahnen lässt. Seit jeher war die Burg eine beliebte Residenz der Bischöfe von Luni. Später gehörte es zum Besitz der Malaspina von Fosdinovo, Verrucola und Gragnola.
Die Befestigung der Residenz wurde im 14. und 15. Jh. vollendet. Die ersten schriftlichen Unterlagen der Burg wurden im Archiv Capitolare von Sarzana gefunden und führen zurück ins Jahr 1185. In dem Archiv wird neben dem Code Pelavicino eine Dokumentensammlung aus dem 13. Jh. aufbewahrt.
Im Jahre 1239 wurde die Burg von Frederico II. erobert und im Jahre 1251 kehrte es zurück in den Besitz der Bischöfe von Luni.

LICCIANA NARDI
DIE BURG VON BASTIA

Die Burg von Bastia erhebt sich im Zentrum desselben mittelalterlichen Vorortes im Tal des Flusses Taverone, fast vor Licciana. Es befindet sich in einer strategischen Position, die eine wichtige Straße in Richtung des Passes von Lagastrello dominiert. Das Schloss ist gut erhalten und ist heute eine private Residenz. Die ursprüngliche Struktur ist heute fast unsichtbar, und das Schloss, wie es aussieht, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es ist in eine quadratische Festung gegliedert, mit vier runden Türmen nach allen Seiten und einem größeren im Inneren, dem Bergfried. In den bastionierten Mauern sind die für den Einsatz von Feuerwaffen geeigneten Schlupflöcher und Kanonenlöcher bemerkenswert, die wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert stammen.
DIE SCHLOSS VON LICCIANA
Das im 13. Jahrhundert erbaute Schloss von Licciana wurde erweitert und an die Erfordernisse der damaligen Zeit angepasst, bis es zu einer eleganten Residenz wurde. Heute finden wir nur drei Türme der alten mittelalterlichen Struktur. Die Umstrukturierung wurde von Obizzo Malaspina vorgenommen. Es ist von privatem Eigentum.
DIE BURG VON MONTI
Das Schloss von Monti befindet sich auf der rechten Seite des Taverone, in der Nähe der alten Pfarrkirche von Venelia, einem legendären Dorf, das im 7. Jahrhundert von den Langobarden zerstört wurde. Die Burg befindet sich auf der Spitze des Hügels und wurde nach dem Erdbeben in den 1920er Jahren restauriert. Aber die Befestigungsanlage ist viel älter, an der Stelle befand sich eine Festung aus dem 12. Jahrhundert, obwohl die ersten Unterlagen aus dem Jahr 1275 stammen. Die Burg war im Besitz vieler Familien: die Grafen von Moregnano, die Malaspina im Jahr 1355, der Campofregoso im Jahr 1375 1449 Giovanni "dalle Bande Nere" aus der Medici-Familie und wieder der Malaspina.
Das Schloss hat die Form eines unregelmäßigen Rechtecks mit einem mächtigen quadratischen Bergfried, runden Türmen unterschiedlicher Größe und einer Fassade aus dem 17. Jahrhundert. Auf jeder Seite sind noch die Zinnen der Ghibellinen am Schwalbenschwanz zu sehen. Das Schloss ist nur von außen zu besichtigen.
DIE BURG VON PONTEBOSIO
Die Burg von Pontebosio wurde zur Verteidigung einer Brücke errichtet, die den Zugang zum Tal ermöglichte. Es dominiert den öffentlichen Hauptplatz des kleinen mittelalterlichen Vorortes und wurde wahrscheinlich im Mittelalter unter der Familie Bosi erbaut und folgte später dem Schicksal von Bastia und Monti. Der heutige Aspekt stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es ist eine elegante Residenz mit vier quadratischen Türmen zu den Winkeln, offenen Galerien und Balkonen.
DIE BURG VON TERRAROSSA
Die Burg von Terrarossa war ein befestigtes Gebäude im Talgrund, das die Kontrolle über den Francigena-Weg hatte. Es wurde Ende des 16. Jahrhunderts von Federico Malaspina mit einer quadratischen Pflanze erbaut, die um einen viereckigen Innenhof angeordnet ist.

MULAZZO
DIE BURG VON MULAZZO

Die Burg von Mulazzo, mit seinem Hof und dem auch heute noch intakten Turm, ist rechteckig angelegt. Aufgrund seiner strategischen Bedeutung wurde es mehrfach zerstört, zuletzt im 17. Jh. Daneben wurden zwei weitere Burgen errichtet. Die ältere von beiden wurde auf dem Weg Richtung Casoni und zur Rechten des Flusses Magra, vermutlich zur selben Zeit wie der Turm, fertig gestellt.
Im 16. Jh. wurde sie abgerissen und an der anderen Seite des Dorfes durch eine neue Burg ersetzt. Diese gibt es heute nicht mehr. Heutzutage sind nur noch die Reste des beeindruckenden sechseckigen Turmes, dem sog. Dante-Turm erhalten, in dem der berühmt Dichter lebte.
DIE BURG VON CASTEVOLI
Die Ruinen der Burg von Castevoli befinden sich oberhalb des kleinen bewohnten Dorfes auf einem Hügel, von dem man einen atemberaubenden Ausblick hat. Im 16. Jh. wurden sowohl die Burg als auch das Dorf von Tommaso Malasapina restauriert. Indem er den Wohntrakt mit dem Turm verband, erweiterte er die Anlage und erschuf somit eine elegante Residenz.
DIE BURG VON GAVEDO
Die Burg von Gavedo ist Teil eines grösseren Verteidigungssystems, einer befestigten Linie diverser Türme, die sich von der Burg bis hinunter ins Tal erstreckt. Dazu gehören z.B. der zeitgenössische Turm im Palast der Familie Brignole-Sale, der sog. Sonnenturm und der Turm, der neben dem Fluss gelegen ist.
Die Burg hat eine beeindruckende regelmässige viereckige Anordnung mit einem mittelalterlichen quadratischen Turm, der von der Einfriedung des ersten Gebäudes umgeben ist. Weiterhin verfügt sie über einen beeindruckenden Fussboden aus dem 17. und 18. Jh.
DIE BURG VON LUSUOLO
Die Burg von Lusuolo befindet sich im Norden des befestigten Dorfes und thront über dem Magra-Tal gegenüber von Villafranca.
Das Bauwerk, mit seinen Räumlichkeiten aus verschiedenen Zeitaltern, ist um einen trapezförmigen Innenhof herum angelegt. Die in der Nähe gelegenen Gebäude sind alle aus Fluss- oder Sandstein gebaut.
DIE BURG VON MONTEREGGIO
In Montereggio gab es keine typische Marquis-Residenz. Die Marquis lebten in Pozzo, das seit 1573 mit Montereggio zusammen ein eigenständiges Lehen bildete. Die in der Nähe der befestigten Kirche Saint Apollinare gelegene Burg erscheint durch seine zwei halbrunden Türme eher wie ein Palast.

PODENZANA
DIE BURG VON PODENZANA

Die heutige Burg von Pondenzana ist das Ergebnis eines Wiederaufbaus aus den fünfziger Jahren. Die Verwendung von Stahlbeton hat hierbei für heftige Kritik gesorgt. In den Gründungsunterlagen des Klosters San Caprasio in Aulla aus dem Jahre 884 wird die Burg allerdings schon erwähnt. Im 12. Jh. haben die Burg und das Dorf von Podenzana zu Kriegen zwischen den Bischöfen von Luni und der Familie Malaspina geführt. Aus der Vereinbarung von 1201 geht hervor, dass die Malaspinas dazu verpflichtet waren die Burg niederzureissen ohne sie jemals wieder aufzubauen. Im 13. Jh. ging die Burg in den Besitz der Malaspina über. Zu Beginn des 18. Jh. wurde sie aufgrund des spanischen Erbfolgekriegs stark in Mitleidenschaft gezogen. Da sich die Burg in Privatbesitz befindet, ist sie für die Öffentlichkeit unzugänglich.

PONTREMOLI
DIE BURG VON PIAGNARO

Die Burg von Piagnaro, die oben auf einem Hügel über den Norden Pontremolis thront, gehört zu einem System aus Verteidigungstürmen und Mauern. Der Name „Piagnaro“ leitet sich aus dem Namen des Hügels ab auf dem die Burg errichtet wurde. Die sog. „piagne“, die aus den Sandsteinen kleiner runder Hügel hergestellt wurden, wurden zur Abdeckung der Dächer benutzt. Die ursprüngliche Festung wurde zwischen dem 9. und 10. Jh. errichtet. Im Jahre 1100 wurde sie vom Eroberer Enrico V. zerstört und im Jahre 1167 wieder aufgebaut. Die starke Armee Fredericos I. scheiterte an dieser Burg. In den Jahren 1243 und 1329 wurde sie durch Frederico II. erneut zerstört.
Die moderne Struktur geht hauptsächlich auf das 14. Jh. zurück und wurde von den Gibellineanhängern konstruiert. Der älteste Teil, der heute noch übrig ist, ist der halbkreisförmige Nordturm. Durch die zahlreichen Neustrukturierungen gleicht die Burg heute einer Festung. Seit 1975 befindet sich dort das Archäologische Museum für Stelestatuen aus Lunigiana.
DER SERATTITURM (CASOTTOTURM)
Im südlichen Bereich des Dorfes wo der Verde und der Magra zusammenfliessen befindet sich an der Brücke „San Francesco di Sotto“ der Eingang zum unteren Dorfteil. Der Serattiturm, der nach einer alteingesessenen Adelsfamilie benannt wurde (auch nach einem hochherrschaftlichen Haus „Casettoturm“ genannt), wurde zur Verteidigung der Ortschaft im 14. Jh. erbaut. Der Eingang und der Turm sind inmitten des Dorfes Pontremoli gelegen, welches von den Flüssen und von der Burg im Norden geschützt wurden.
DER CACCIAGUERRATURM (CAZZAGUERRATURM)
Der Cacciaguerraturm, auch als grosser Glockenturm bekannt, liegt zwischen dem Duomo und dem Platz der Republik im Altstadtzentrum von Pontremoli. Der Turm wurde 1322 unter Castrucci Castracani, Graf von Lucca, erbaut und teilte die Ortschaft in zwei Teile. Der eine Teil stand unter der Herrschaft der Gülfen, der andere unter der Herrschaft der Gibellineanhänger. Die Mauer führt vom Verde zum Magra und wurde durch drei Türme verteidigt. Der in der Mitte ist der heutige Cacciaguerraturm. Heutzutage gibt es den Turm, der beim Verde lag, nicht mehr, aber derjenige beim Magra existiert noch. Der Cacciaguerraturm wurde im 17. Jh. erbaut und später in einen Glockenturm umgewandelt.
DER GRONDOLATURM
Grondola liegt auf einem Hügel, der den Verde vom Magriola trennt und beherrscht den Zugang zum Bratello und zum Borgallopass. Die Burg war eine der frühen Besitzungen der Malaspinafamilie zu Zeiten Obizzos des Grossen im 11. Jh. Wegen der strategisch günstigen Lage war sie die Ursache für Kämpfe zwischen Piancenza, Pontremoli und Parma. Sie verlor jedoch an Bedeutung, als der Mount-Bardone-Pass hauptsächlich als Weg in die Toskana genutzt wurde. Heutzutage sind nur noch die Ruinen des Turmes erhalten.

TRESANA
DIE BURG VON TRESANA

Von der Burg Tresana sind heute nur noch Ruinen übrig. Wahrscheinlich wurde sie von den Longobarden erbaut und befand sich später im Besitz Friedrich Barbarossas und Obizzano Malaspinas von Mulazzo.
Die Burg weist einen quadratischen Grundriss auf und wird von einem quadratischen Turm beherrscht. Das Lehen hat das Privileg Münzen prägen zu dürfen, was in Lunigiana ausschliesslich den Massa- und Fosdinovo-Lehen erlaubt war.
DIE VILLA VON TRESANA
Die Villa von Tresana ist noch heute sehr gut erhalten Aus dem 14. Jh. rührt wahrscheinlich ihr quadratischer Grundriss und später, im 15. Jh., wurde sie mit zwei Rundtürmen, die diagonal zueinander angeordnet sind, erweitert.
Im letzten Jahrhundert wurde sie noch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Das Gebäude wurde kürzlich renoviert.
DIE BURG VON GIOVAGALLO
Die Ruinen der Burg von Giovagallo, zu denen man über einen Weg in der Nähe von Agneda gelangen kann, zeichnen sich kaum von der Vegetation ab. An diesem bezaubernden Ort traf Dante die Frau von Morello Malaspina, Alagia Fieschi. Der Legende nach überredete sie ihn die „Göttliche Komödie“ fertig zu stellen. Ausserdem traf er hier auch Manfredi, den Sohn von Corrado l'Antico.

VILLAFRANCA A LUNIGIANA
DIE BURG VON MALNIDO

Die Errichtung dieser Festung fiel mit dem Bau der Kirche von San Nicoló zusammen. Die Burg, die auf einem felsigen Hügel steht, sollte vor allen Dingen zur Kontrolle der Wege und der Zollabgaben am Ferancigena-Weg, wo Magra und Bagnone zusammenfliessen, dienen. Deswegen wurde sie wahrscheinlich auch ab dem 12. Jh. „Malnido“ genannt.
Bomben während des Zweiten Weltkrieges und der Bau einer Eisenbahnlinie führten zur Zerstörung der Burg. Die Ruinen sind stark von der Vegetation überwuchert.
DIE BURG VON MALGRATE
Die Burg von Malgrate, mit ihren zwei charakteristischen Rundtürmen, thront über dem Bagnonetal und wurde ursprünglich nur zu Abwehrzwecken erbaut. Durch die Lage konnten von ihr aus ausserdem die Wege aus Richtung der Apenninen, Garfagnana und dem Cisapass kontrolliert werden.
Im 13. Jh., nach der Einteilung in Spino Secco und Spino Fiorito, beschlossen die Malaspina von Filattiera den Hauptkern der Burg zu erbauen. Als sie 1351 unabhängig wurde, kamen Befestigungen und Burggräben hinzu.
1641 ging die Burg in den Besitz des Marquis Ariberti von Cremona über und wurde in einen befestigte Residenz umgewandelt. Nach dem Ende des Feudalismus wurde die Burg verlassen und restauriert.
Die Burg weist weiterhin typische mittelalterliche Charakteristika wie die Mauer mit Schiesscharten, Türmchen, dem Mauerweg und dem Turm auf. Auf der Westseite der Mauern befindet sich das Tor, das ins Innere des Gebäudes führt.
DIE BURG VON VIRGOLETTA
Der Ursprung der Burg von Virgoletta geht auf das 12. Jh. zurück, als ein quadratischer Turm und Mauern auf dem Vignalehügel errichtet wurden. Die Burg übernahm den Namen von dieser Abwehranlage, indem aus dem Namen „Verrucoletta“ Virgoletta wurde.
Über Jahrhunderte hinweg wurde die Burg ständig verändert. 1449 wurde sie von Galeotto Campofregoso in ein elegantes Schloss verwandelt. Diese Arbeiten wurden unter den Malaspina zu Ende geführt. Im Zweiten Weltkrieg diente die Burg als Zentrum für ein deutsches Kommando.

ZERI
DIE BURG VON ZERI

In der Nähe von Patigno, in „Castello“, findet man Mauerüberreste dieser alten Burg. Das sog. „Castrum Zirri“ ist heutzutage nicht mehr vorhanden. 1226 umlagerten Truppen aus Piacenza und die Malaspina die Burg ohne sie jedoch zu erobern.
Eine Legende besagt, dass der letzte Malaspinamarquis erschossen wurde, weil er das „Recht der ersten Nacht“ wahrgenommen hatte.